Wäre da nicht das vierte, verunglückte Rennen am zweiten Tag gewesen, Markus Bösiger hätte wohl erneut von einem perfekten Truckrace-Wochenende sprechen können. Doch weil der Langenthaler Unternehmer im zweiten Rennen am Sonntag an dritter Stelle liegend ausfiel, weil an seinem Renault der Ladeluftschlauch platzte, fiel ein kleiner Schatten auf Bösigers Bilanz am zweiten Rennweekend im spanischen Albacete. Der Ausfall kostete den Langenthaler Unternehmer auch die Führung im EM-Zwischenklassement. Dort liegt er nun mit 74 Punkten an dritter Stelle, hinter dem Spanier Antonio Albacete (MAN, 89 Punkte) und dem Deutschen Jochen Hahn (MAN, 84).
Mit dem restlichen Rennverlauf darf der Schweizer aber vollauf zufrieden sein, bedenkt man, dass er wegen eines Bruchs an der rechten Hand nach wie vor handicapiert war. Bereits im allerersten Zeittraining zeigte Bösiger, dass der Doppelsieg zum Auftakt der Rennsaison in Misano kein Zufallsprodukt war. Hinter dem überragenden Albacete, der sich auf seiner Heimstrecke sichtlich wohl fühlte und dessen Teamkollegen Hahn, konnte der Roggwiler das erste Rennen aus der zweiten Startreihe in Angriff nehmen. Der Start zum Rennen gelang Markus Bösiger dann nicht nach Wunsch, fiel er doch gleich auf den fünften Rang zurück. Doch der Schweizer zeigte in diesem Rennen seine Qualitäten und spielte seine grosse Erfahrung voll aus. Die beiden vor ihm liegenden Konkurrenten überholte er in der Folge fast mühelos und auch den Abstand zum Führungsduo konnte er stetig verkleinern, ohne aber Albacete und Hahn noch einmal gefährden zu können.
Auch im zweiten Rennen des Tages, schaffte Bösiger den Sprung aufs Podest. Vielleicht wäre in diesem Rennen noch mehr möglich gewesen, hätte er sich nicht derart lange mit dem Russen Alex Lov (MAN) im Kampf um Platz drei herumschlagen müssen, obwohl Bösiger mit dem Renault das schnellere Gefährt hatte. „Aber wo ich auch ansetzte“, haderte der Oberaargauer später, „Lov machte das Loch sofort wieder zu“. Am Ende resultierte aber erneut ein dritter Rang, der die bislang guten Resultate des Schweizer bestätigte.
Ein tolles Rennen bot Markus Bösiger dann zum Auftakt des zweiten Renntages. Als Vierter des Zeittrainings in der zweiten Reihe gestartet, erwischte er einen schwachen Start und fiel gleich um zehn Ränge zurück. Doch der Roggwiler zeigte in diesem Rennen, dass er auch über kämpferische Qualitäten verfügt und machte von Runde zu Runde Boden gut, bis er am Ende auf Rang vier vorstiess. Der grosse Sieger des Wochenendes war jedoch der Spanier Antonio Albacete, der auf der gleichnamigen Heimstrecke drei Siege errang und einmal hinter seinem Teamkollegen Jochen Hahn Rang zwei belegte.